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An(ge)dacht

Liebe Gemeinde,

Loslassen fällt schwer. Angst vor dem Unbekannten, Abschied von Gewohntem fordert viel von uns. Am 13. September wurde der alte Kirchenvorstand verabschiedet und ein neuer eingeführt. Von sieben Personen mussten wir uns verabschieden, fünf neue Mitglieder gehören jetzt dem Kirchenvorstand an. Wir haben Menschen aus der Verantwortung für unsere Gemeinde entlassen. Mit einer neuen „Mannschaft“ werden wir jetzt weiter unsere Gemeindearbeit gestalten. Das Zusammenspiel hat sich dadurch verändert. Darin liegt aber auch eine Chance!

Im Monat November wird das Abschiednehmen ganz offensichtlich für uns alle. Die Natur verabschiedet sich von uns, die letzten bunten Blätter fallen zu Boden, der Nebel liegt schwer auf der Erde. Das Tageslicht wird immer weniger. Vielleicht muss ich deshalb noch einmal in den Frühling aufbrechen, wenn ich für zwei Wochen nach Südafrika fliege. Dabei bin ich mir bewusst: eigentlich finde ich es gut, auf der Nordhalbkugel zu wohnen, wo mit dem Jahresende sich auch die Natur in eine Stille- und Ruhephase begibt.

Aber nicht nur in der Natur müssen wir Abschied nehmen von Blumen, dem Grün und auch der Wärme der Sonnenstrahlen. Im November gedenken wir noch einmal an die Verstorbenen des letzten Kirchenjahres. Uns wird der Verlust von geliebten Menschen noch einmal am Ewigkeitssonntag ins Gedächtnis gerufen. Wir hören im Gottesdienst noch einmal den Namen eines doch so vertrauten Menschen.

Loslassen fällt schwer. Wie viele Verluste haben wir schon beweint und betrauert? Es sind nicht nur Menschen, auch Arbeitsplätze, Schulzeiten, Wohnungen, Freundschaften, vielleicht auch Ehen. Manches schmerzt mehr als anderes und doch hinterlässt jeder Abschied, jedes Loslassen, Lücken und manchmal auch Wunden.
Die Psychologie kennt vier Phasen beim Prozess des Loslassens:

1. Akzeptieren, es ist wie es ist
2. Den Schmerz tief fühlen
3. Abschied - gehenlassen
4. Neue Energie

Manchmal dauert es eine Weile, bis uns ein schmerzhaftes Ereignis endlich verlassen hat. Und doch, das habe ich für mich gemerkt:
LOSLASSEN heißt: der Veränderung Raum geben!

Das Leben ist Veränderung. Von der Geburt bis zum Tod muss jeder Mensch mit Veränderungen in seinem Leben fertig werden. Veränderung gehört zu unseren Leben dazu wie das Atmen. Ohne Veränderungen in unserem Leben gäbe es keine Entwicklung, es wäre kein Fortschritt möglich. Loslassen in Achtsamkeit beinhaltet für mich ein bewusstes sich Lösen von Menschen, Gegenständen und Gewohnheiten. Ich sage innerlich Danke für die gemeinsame Zeit. Jetzt kommt die Zeit, in der wir getrennte Wege gehen. Und indem etwas geht, entsteht wieder Raum und Energie für Neues.

Ich wünsche Ihnen viel Kraft für Ihren Prozess des Loslassens – egal um was es konkret geht, und sei es nur, dass Sie bewusst am 31.12. Abschied nehmen vom Jahr 2015 (denn auch hier müssen wir loslassen!). Gott begleite Sie auf Ihrem Weg und öffne neue Horizonte für Sie!

Mit einem Gedicht will ich Sie ermuntern, loszulassen und sich Gott anzuvertrauen:

Loslassen
die verkrampften hände loslassen
raum geben für Dich
ein bild ohne rahmen
damit du wachsen kannst
kein geträumtes glück
sondern Du
wirklich werden
meine ängste loslassen
mich selber loslassen
und fallen
in deine arme
(Andreas Knapp, Werdet vorübergehende, Hockenheim 2001, S. 15)

Gott segne Sie,
Ihre Monika Lüdemann, Pfarrerin

 

 
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